PRESSEMITTEILUNG: Hackerangriff auf E-Mail-Postfächer: AfD Mecklenburg-Vorpommern informiert Betroffene

Neubrandenburg, 28.10.2026 – Bei einem Hackerangriff im September 2026 wurden E-Mails und Anhänge aus Postfächern der AfD entwendet und am 19. Oktober auf der Hackerplattform „Hexane“ veröffentlicht. Im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern sind die Postfächer buero@afd-mv.de, leif-erik.holm@afd.de und buchhaltung@afd-mv.de betroffen.

Durch die Veröffentlichung sind auch persönliche und vertrauliche Informationen öffentlich zugänglich geworden. Der Landesverband trägt Verantwortung für die Nutzung und den Schutz seiner Postfächer. Wir bedauern den Vorfall und die damit verbundenen Belastungen für die Betroffenen.

Die betroffenen Zugänge wurden gesperrt und die Zugangsdaten, insbesondere Passwörter, geändert. Es wird Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Der Landesverband steht in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden und arbeitet eng mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Eine weitere Verbreitung oder missbräuchliche Nutzung bereits veröffentlichter Daten lässt sich durch diese Maßnahmen allerdings nicht ausschließen.

Welche Personen und Daten sind betroffen?

Betroffen sein können sowohl Personen, die mit den genannten Postfächern kommuniziert haben, als auch Menschen, deren Daten in E-Mails oder Anhängen enthalten waren. Dazu gehören Bürgerinnen und Bürger, deren Meldedaten Behörden dem Landesverband für Wahlwerbung übermittelt hatten. Diese sogenannten Erstwählerlisten wurden zum Teil per unverschlüsselter E-Mail übersandt und enthalten Namen und Anschriften, teilweise auch Geburtsdaten. Die Aufnahme in eine solche Liste lässt keinerlei Rückschluss auf eine Parteimitgliedschaft, Unterstützung der AfD oder politische Einstellung zu.

Je nach Inhalt der Korrespondenz können zudem E-Mail-Adressen, weitere Kontaktdaten, private Mitteilungen und Angaben zu politischen Ansichten betroffen sein. Der genaue Umfang der Betroffenheit einzelner Personen konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Risiken und Handlungsempfehlungen

Der Landesverband warnt ausdrücklich: Die veröffentlichten Daten können für Identitätsmissbrauch und gezielte Betrugsversuche genutzt werden – etwa für die Einrichtung von Benutzerkonten unter fremdem Namen oder für täuschend echte E-Mails, Briefe und Anrufe. Besondere Vorsicht ist bei angeblichen Auskunftsseiten zum Datenleck sowie Angeboten geboten, gegen eine Gebühr Schadensersatz zu vermitteln. Hinter solchen Seiten oder Angebote kann wiederum selbst ein erneuter Versuch eines Diebstahls stehen oder es kann durch das Aufrufen solcher Seite Schadsoftware auf Ihrem Rechner installiert werden.

Möglicherweise zieht die rechtswidrige Veröffentlichung außerdem Belästigungen, Bedrohungen, Erpressungsversuche oder Ähnliches nach sich. Das gilt auch bei falschen Angaben oder einer zu Unrecht unterstellten politischen Nähe.

Wir empfehlen Betroffenen:

  • Prüfen Sie unerwartete Kontaktaufnahmen kritisch, auch und gerade wenn persönliche Angaben über Sie verwendet werden. Verifizieren Sie Anfragen über unabhängig bekannte Kontaktdaten.
  • Öffnen Sie keine verdächtigen Links oder Anhänge. Geben Sie niemals Passwörter, Bestätigungscodes, TANs oder Bankdaten heraus und leisten Sie niemals eine Zahlung allein aufgrund unerwarteter Aufforderungen.
  • Ändern Sie Passwörter, sofern diese in der betroffenen Korrespondenz enthalten waren – insbesondere bei anderen Diensten, für die Sie dieselben Passwörter verwenden. Wir empfehlen, einen professionellen Passwortmanager zu verwenden, die mit den üblichen Betriebssystemen bereits kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
  • Sichern Sie bei Betrugsversuchen oder Bedrohungen die Belege (Briefe, E-Mails, Screenshots oder dergleichen) und wenden Sie sich an die Polizei.

Auskunft und Unterstützung

Für sämtliche Fragen zur eigenen Betroffenheit und zum weiteren Vorgehen ist der Landesverband unter datenschutz@afd-mv.de erreichbar. Dieses Postfach war und ist nicht vom Hackerangriff betroffen. Wir unterstützen Sie bei der Klärung, ob und in welchem Umfang Ihre Daten betroffen sind, und erteilen Auskunft auf Grundlage der gesicherten Erkenntnisse. Bitte übermitteln Sie zunächst nur eine kurze Beschreibung Ihres Anliegens und keine Ausweiskopien oder sonstigen sensiblen Unterlagen per unverschlüsselter E-Mail. Schriftlich und damit über den sichersten Weg erreichen Sie uns über Alternative für Deutschland Mecklenburg-Vorpommern, Woldegker Straße 27, 17033 Neubrandenburg.

Ergänzend plant der AfD-Bundesverband eine Auskunftsplattform, über die alle Personen erfahren können sollen, ob und in welchem Umfang sie betroffen sind. Ein Starttermin steht noch nicht fest. Sobald die Plattform verfügbar ist, informieren wir umgehend auf unserer offiziellen Internetseite.