Wie das Bildungsministerium heute mitteilte, haben rund 4.600 Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr das Abitur bestanden, etwa 5.600 erreichten die Mittlere Reife. Die Durchschnittsnoten von 2,3 (Abitur) und 2,5 (Mittlere Reife) entsprechen exakt denen der Vorjahre. Dazu erklärt der Abgeordnete der AfD-Landtagsfraktion, Jens-Holger Schneider:

„Wir gratulieren den Absolventen ausdrücklich, zumal die Ergebnisse auf den ersten Blick erfreulich erscheinen. Allerdings geben wir zu bedenken: Die konstant guten Notendurchschnitte sind weniger Ausdruck gestiegener Leistungen als vielmehr Ergebnis einer schrittweisen Absenkung der Anforderungen, veränderter Bewertungsmaßstäbe und zunehmend standardisierter Prüfungsformate.

Die schriftliche Prüfung zur Mittleren Reife im Fach Deutsch besteht in weiten Teilen aus Multiple-Choice-Elementen, die den Anspruch an eigenständiges Denken, Ausdrucksvermögen und sprachliche Korrektheit erheblich reduzieren. So war die erste Aufgabe eines Blocks ein Bilderrätsel auf Grundschulniveau. Eine fundierte Textproduktion tritt zunehmend in den Hintergrund – begünstigt durch ein Bewertungssystem, das selbst bei gravierenden sprachlichen Mängeln zu annehmbaren Noten führt. Diese Entwicklung wirft ernsthafte Fragen zur Aussagekraft der Zeugnisse auf, insbesondere im Hinblick auf die Studier- und Ausbildungsfähigkeit unserer Jugendlichen. Wenn Grundkompetenzen in Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck nicht mehr maßgeblich bewertet werden, verspielt das Bildungssystem seinen Leistungsanspruch und gefährdet die Zukunftschancen der jungen Generation. Wir fordern daher eine Rückkehr zu klaren Standards, zur Förderung echter Leistung und zur Aufwertung sprachlicher Bildung. Das Ziel muss ein Abschluss sein, der tatsächlich etwas über Wissen, Können und Befähigungen aussagt – und nicht bloß über die Fähigkeit, sich durch ein entkerntes Prüfungssystem zu bewegen.

Allen Schülern wünschen wir erholsame Ferien und den Absolventen einen erfolgreichen Start ins Berufs- oder Hochschulleben – mit dem Mut zur Leistung und dem Willen zur persönlichen Weiterentwicklung.“